Gedanken zur Weihnachtszeit

Denken Sie zum Jahresende nicht nur an die Menschen, die Ihre Hilfe brauchen.
Denken Sie auch an die Tiere, die Ihre Hilfe brauchen.

Das Eine schließt das Andere nicht aus.


Wenn die Wildgänse längst gen Süden gezogen sind, wenn die Bäume ihre letzten Blätter verloren haben und ihre kahlen Äste sich vor einem stahlgrauen Himmel abheben, während sie geduldig auf den nächsten Frühling warten, wenn kleine Vöglein an den letzten Äpfeln knabbern, die noch an den Bäumen hängen, wenn die Dunkelheit jeden Tag ein wenig früher einsetzt und alles draußen in einen stillen, schwarzen Mantel hüllt, dann naht das Weihnachtsfest. Dann werden Erinnerungen, Träume, Hoffnungen und Wünsche wach, dann schreibe ich meine Gedanken auf und manchmal entsteht dann ein Gedicht oder eine kleine Geschichte.


Weihnachten

von Beate Busse

Ein Fest der Liebe soll es sein,
so lass die Liebe einfach 'rein.
Mach auf die Tür zu deinem Herzen,
vergiss doch mal die eignen Schmerzen.
Das Materielle ist nicht wichtig,
besinn dich und mach’s richtig.

Hier drinnen ist es so gemütlich
und alles ist so friedlich.
Ich hab’ euch lieb, sag’ ich ganz leise,
so feiern wir auf unsere Weise.

Die Näschen schnuppern ein die Luft.
Heut’ ist da ein besonderer Duft.
Nach Tanne und nach Kuchen riecht es
und viele Leckerlis, die gibt es.
 
Wer kratzt da an der Tür?
Ihr seid doch alle hier.
Da draußen ist ein Kätzchen,
es sucht ein warmes Plätzchen.
Da draußen ist ein Hund,
mit Pfötchen, schon ganz wund.
 
Da draußen ist ein kleines Tier
es sieht mich an und spricht zu mir:

"Es ist so furchtbar kalt
und ich bin schon so alt.
Es liegt schon tiefer Schnee,
die Knochen tun so weh.
Die Pfoten fast erfroren
und auch die kleinen Ohren.

Ich kann nicht mehr.
Ich frier so sehr.
Wohin soll ich noch gehen?
Ich kann doch kaum noch stehen."

Da draußen weht ein kalter Wind.
Du kleines Tier, komm rein geschwind.
Wenn ich’s so recht bedenk’,
bist du wohl ein Geschenk!

Hier drinnen ist es so gemütlich
und alles ist so friedlich.
Du bleibst jetzt hier, sag’ ich ganz leise,
so feiern wir auf unsere Weise.

Da draußen ist ein kleines Tier,
es sieht Dich an, es will zu Dir!


Dezember 2004

Der Heilige Abend

von Beate Busse

Auf dem Marktplatz steht ein großer Weihnachtsbaum mit vielen, kleinen, funkelnden Lichtern. In kleinen Buden gibt es geröstete Mandeln, kandierte Äpfel, Honigkerzen und kleine Geschenke für wenig Geld zu kaufen. Es herrscht ein buntes Treiben und die Kinder bestaunen alles und freuen sich schon auf die Bescherung. Die Eltern haben es heut jedoch sehr eilig, gibt es doch noch viel vorzubereiten für den Heiligen Abend. Ein Mann und eine Frau bleiben vor dem großen Weihnachtsbaum stehen. Grad haben sie die letzten Geschenke für das Fest gekauft und nun schwer zu schleppen. Sie gönnen sich eine kleine Pause. „Der ist noch schöner und größer als der Baum im letzten Jahr“, sagt die Frau. Dann gehen sie weiter. Auf dem Weg zu ihrem Haus kommen sie an einem Feld vorbei. Da sitzt ein kleines, graues Kätzchen. Es zittert vor Kälte und Hunger. „Das arme Ding“, ruft sie und ihr Mann murmelt etwas von Elend auf dieser Welt und den vielen Tieren, die niemand haben will. Und weiter gehen sie, mit ihren Geschenken, für das Fest.

Wenige Minuten später führt auch der Weg einer alten Frau an dem Feld vorbei. Auch sie sieht das kleine, zitternde Kätzchen. Sie bleibt stehen. Dann bückt sie sich wortlos, hebt das graue Kätzchen auf, drückt es an ihren ebenso grauen alten Wollmantel und geht weiter.

Es ist dunkel geworden und ganz still. Nur in der Ferne bellt irgendwo ein Hund. Über den Marktplatz fegt ein kalter Wind. Da steht er nun, der wunderschöne, große Weihnachtsbaum Viele Jahre hat es gedauert, bis er so groß und schön geworden ist.  Fast scheint es, als ob seine starken Äste unter den vielen, kleinen, funkelnden Lichtern zittern, doch ist das wohl nur der Wind?

Ein paar Straßen weiter, in einer kleinen Stube, ist es wohlig warm. Es duftet nach Bratäpfeln und nach Zimt. Auf einer Kommode, zwischen vergilbten Fotos in kleinen Silberrahmen brennt eine Kerze. Am Fenster steht ein großer roter Ohrensessel, der Samt längst verblichen. Da sitzt die alte Frau, ganz regungslos. „Früher, weißt du früher“ sagt sie, und hält inne. Doch dann beginnt sie zu erzählen. So viel hat sie zu erzählen. Ihr Blick gleitet zur Kommode hinüber, auf die vergilbten Fotos in den kleinen Silberrahmen. Im flackernden Licht der Kerze scheinen sich die Menschen auf ihnen zu bewegen. Sie holt sie zurück, aus ihrer Erinnerung, in ihre kleine Stube. Langsam streicht sie nun über das struppige Fell der kleinen, grauen Katze Ab und zu umspielt ein Lächeln ihre schmalen Lippen, während sie erzählt. Die kleine, graue Katze hört ihr zu und schnurrt ganz leise. Und draußen beginnt es zu schneien.   

Dezember 2006


Weihnachten bei Familie Drechsler – ein Wunsch geht in Erfüllung

von Beate Busse

Es war der Heilige Abend. Der kleine Paul saß in seinem Zimmer und war schon ganz aufgeregt. Draußen war es längst dunkel geworden. Vater und Mutter Drechsler waren dabei den Weihnachtsbaum zu schmücken und die Geschenke darunter zu verteilen. Endlich rief die Mutter: „Paul, du kannst jetzt herunter kommen, der Weihnachtsmann war gerade da“. Paul nahm schnell die drei Geschenke, die er so hübsch verpackt hatte aus dem Versteck in seinem Kleiderschrank. Schnell lief er die Treppe hinunter, den Flur entlang in die Wohnstube. Vater Drechsler zündete die Kerzen am Baum an. Der ganze Raum duftete nach frischem Tannengrün. Ausgiebig wurde nun der Baum bewundert, denn, so war man sich einig, war dies der schönste Weihnachtsbaum, den Familie Drechsler je zu Weihnachten gehabt hatte. Paul ging zum Baum und legte schnell seine Geschenke zu den anderen. Dann durften endlich die Geschenke ausgepackt werden. Gespannt beobachtete er, wie die Eltern seine Geschenke auspackten. „Was für schöne, dicke Topflappen, da werde ich mir nicht mehr die Finger am Herd verbrennen müssen“, rief die Mutter. Auch Vater Drechsler war erfreut: „Ein warmer Schal, genau das Richtige bei dieser Kälte“.

Nun waren alle Geschenke ausgepackt, bis auf eines, auf dem kein Name stand. Paul ging zum Baum, nahm das Geschenk an sich und packte es ganz langsam aus. Es war ein großer Kauknochen. „Der ist für Rex“, sagte Paul. „Dann geh doch raus zu ihm und bring ihm sein Geschenk“, erwiderte der Vater. Doch der kleine Paul stand nur da und blickte auf den Kauknochen, den er mit beiden Händen festhielt. Er fasste seinen ganzen Mut zusammen und sprach mit leiser Stimme: „Da draußen ist es so dunkel und so kalt und Rex ist immer so allein. Ich habe mir so sehr zu Weihnachten gewünscht, dass Rex bei uns im Haus sein darf. Dann muss er nicht mehr frieren, dann ist er nicht mehr allein und, und – er ist doch mein Freund“.

Vater Drechsler schaute seine Frau an und es war plötzlich ganz still im Raum. Dann nickte er ihr ganz leicht zu und beide verließen das Zimmer. Paul war erschrocken, hatte er die Eltern nun verärgert? Mutter Drechsler war in den Flur gegangen um eine alte Decke aus der Truhe, die dort stand, zu holen. Sie kam als erste zurück und legte die Decke wortlos in die freie Ecke in der Wohnstube. Dann kam auch Vater Drechsler zurück und neben ihm stand der alte Rex.

Ein wenig unsicher und steifbeinig ging nun Rex, denn er war wirklich schon sehr alt, zu dem Platz, den ihm Vater Drechsler zugewiesen hatte. Mit einem tiefen Seufzer ließ er sich auf der Decke nieder. Von da an gehörte Rex nun endlich auch zur Familie.

Vielleicht war es nicht der schönste Weihnachtsbaum in diesem Jahr, den Familie Drechsler je gehabt hatte. Aber der kleine Paul war glücklich. Er würde dieses Weihnachtsfest niemals vergessen.

Dezember 2007

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